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Sozialpass im Landkreis Konstanz Die Grünen im Kreistag möchten über einen Sozialpass für den ländlichen Raum sprechen, grundsätzlich begrüßen wir diesen Vorschlag sehr. Dennoch sehen wir einen weiteren Sozialpass im Landkreis nicht unbedingt als sinnvoll an, würden aber unsere Zustimmung geben da er für die Bürgerinnen und Bürger aus dem ländlichen Raum eine Erleichterung ist. Wir befürchten das unsere Bürger auch weiterhin Einschnitte in Ihrer Bewegungsfreiheit hinnehmen müssen. Hier geht es nicht um eine Sonderstellung für ALG 2 Empfänger und Geringverdiener, wir sehen darin eher einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe dieser Einkommensschicht. Wir wollen für die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit schaffen, sich am kulturellen Leben im gesamten Kreis Konstanz beteiligen zu können. Auch wenn Sie sich sicherlich nicht alle Veranstaltungen leisten können, bietet unsere Region viele schöne Ausflugsziele die auch mit einem kleinen Geldbeutel besucht werden können. Gerade unsere Kinder können davon sehr profitieren. Darüber hinaus ergeben sich weitere positive Effekte. Es gibt
unterschiedliche Behörden im Kreis die aber von genau dieser
Bevölkerungsschicht benötigt werden. Sicherlich kann heut zu tage viel auf
dem Postweg oder telefonisch geregelt werden. Aber manchmal geht es ohne ein
persönliches Gespräch eben nicht. Hier würden wir den Bürgern eine Hürde
abnehmen und so die Kommunikations- und Antragsmöglichkeit erleichtern. Grundsätzlich hoffen wir natürlich das die Kommunen auch weiterhin für ein breit gefächertes kulturelles Angebot sorgen das die Besitzer eines Sozialpasses nutzen können. Unabhängig davon stellen die bisherigen Fahrpreise ein rechtliches
Problem dar. Denn gerade Familien im ALG 2 Bezug erhalten nicht den vollen
Zuschuss für die Fahrtkosten. Da aber bei Kindern die Schulpflicht
besteht sind die Familien gezwungen die Fahrtkosten in voller Höhe (Schülerticket)
zu bezahlen. Diese sind weit aus Höher als der Regelsatz im ALG 2. In diesem
Fall würde den Familien eigentlich die volle Übernahme der Kosten zur
Verfügung stehen, was Sie aber bisher gerichtlich Erstreiten müssten weil es
bisher keine einheitliche Regelung dazu gibt. Deshalb sollte die Höhe des Fahrkostensatzes im ALG 2 Bezug die Basis aller Berechnungen sein.
Antrag an den Sozialausschuss Kreisrat Michael Krause Die Linke Antrag für einen Sozialpass im Landkreis Konstanz in Zusammenhang mit der Nutzung des ÖPNV`s im gesamten Landkreis 1. Die Verwaltung wird beauftragt, mit Singen, Konstanz und
Radolfzell in Kontakt zu treten und eine gemeinsame Lösung zu finden. Wie stellen wir uns einen Sozialpass im Landkreis vor! Einzugsgebiet ist der gesamte Landkreis mit seinen Gemeinden. Der Sozialpass soll es ermöglichen im ganzen Landkreis den ÖPNV mit einer Monatskarte zu nutzen. Zu diesem Verkehrsverbund gehören die Stadtwerke Singen und Konstanz, Hegau-Bodensee Verbund, Seehass und Seehäsle. Die Grundlage ist der Regelsatz für ALG 2 Empfänger, er sieht rund 14,36 € im Monat vor. Unser Vorschlag: Ticketpreis einer Monatskarte für Inhaber eines Sozialpasses: Erwachsene: 13,00 € Kinder: 10,00 € Kinder bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres sind kostenfrei Bezieher des Sozialpasses sollen alle Personen sein die ALG 2 oder Wohngeld erhalten, außerdem alle Schüler, Auszubildende und Studenten. Kinder sollen grundsätzlich unabhängig vom Einkommen Ihrer Eltern diesen vergünstigten Fahrschein bekommen. Berechnung: Erwachsene 14,36 € / 100% X 90% = 13,00 € Kinder 14,36 € / 100% X 70% = 10,00 € Finanzierung: Die Finanzierung soll aus 6 Punkten bestehen. 1. Jobcenter, hier entstehen Einsparungen da die ALG 2 Empfänger somit Ihre Fahrtkosten selbst tragen können. Es müssen keine Fahrtkosten zu Terminen im Job Center oder bei Vorstellungsgesprächen mehr übernommen werden. Auch bei den Fahrtkostenzuschüssen bei Arbeitsaufnahme kann gespart werden. Da diese über die Regelleistungen gedeckt sind. Sollte eine Person mehr Einkommen erzielen soll er bei Arbeitsaufnahme einen letztmaligen Sozialpass für 6 Monate erhalten um den Start ins Arbeitsleben zu erleichtern. Ausnahmen bleiben z.B.: Vorstellungsgespräche die mit dem ÖPNV nur schlecht oder gar nicht erreichbar sind. Diese Kosten müssen weiterhin übernommen und entsprechend begründet werden. 2. Das gleiche gilt fürs Arbeitsamt, hier muss geprüft werden in wie weit das Modell umsetzbar ist und welche Kostenersparnisse beim Arbeitsamt entstehen. Diese Einsparungen sollen wieder in die ÖPNV Finanzierung fließen. 3. Auch bei Gerichten und Behörden im Landkreis, besteht der Anspruch sich Fahrtkosten erstatten zu lassen. Hier muss geprüft werden welche Kosten eingespart werden können die für die ÖPNV Finanzierung zur Verfügung stehen. 4. Ausgabe des Sozialpasses, dieser soll zukünftig direkt von der Wohngeldstelle und dem Job Center ausgegeben werden, sobald der Antrag bewilligt wurde. Diese sind immer für 6 Monate gültig. Alle 6 Monate erhalten die Empfänger einen neuen Ausweis. Dadurch sinken die Kosten in den städtischen Verwaltungen. 5. Verrechnung des Fehlbetrags beim Nahverkehr. Dazu muss die Abrechnung zukünftig über den Kreis gehen. Das heißt Singen oder Konstanz müssen hier nicht mehr für die vergünstigten Tickets einen Ausgleich zahlen. Die Ausgleichszahlungen laufen dann gesammelt über das Landratsamt. Somit ist gewährleistet das kein Unternehmen benachteiligt wird. Gleichzeitig senkt das die Kosten bei den Gemeinden. 6. Aus Berichten anderer Gemeinden ist bekannt das durch die Einführung eines Sozialpasses das Fahrgastaufkommen steigt, dadurch erwarten wir eine höhere Auslastung des ÖPNV`s. Dies verringert wiederum den Zuschussbedarf. 7. Kreisumlage, sollten weitere Kosten offen bleiben müssen sie über die Kreisumlage finanziert werden. Grundsätzlich erwarten wir uns nicht nur Einsparungen bei der Auszahlung der Fahrtkosten bei den einzelnen Behörden. Sondern auch einen erheblichen Bürokratieabbau, der zu zusätzlichen Einsparungen führen wird. Auch das Preismodell bei den einzelnen Verkehrsunternehmen wird einfacher und sorgt damit zu einer zusätzlichen Entlastung der Verwaltung der einzelnen Unternehmen.
Gesundheitsversorgung im Landkreis Konstanz Das ist wohl derzeit eines der heißesten Themen im Landkreis Konstanz. Leider tragen die Sparpläne der Bundesregierung nicht gerade zur Entschärfung unserer Probleme bei. Laut Aussagen einiger Bundespolitiker soll in Zukunft auch weiter bei den Krankenhäusern gespart werden. Dies trifft uns hier im Landkreis Konstanz natürlich hart. Die Diskussion über die Krankenhäuser im Landkreis muss jetzt geführt werden, um eine kommunale Lösung für die Zukunft sicher zu stellen. Sollten wir keine Lösung finden erhöht sich die Wahrscheinlichkeit privater Investoren. Im Gutachten der letzten Kreistagssitzung ging es um die Frage der Wirtschaftlichkeit. Die Frage ob die kleinen Krankenhäuser bei einem veränderten Angebot gehalten werden können wurde in dem jetzigen Gutachten noch nicht beantwortet. Beim Kreistag liegt nicht nur die Verantwortung, eine gute
medizinische Versorgung im Landkreis zu gewährleisten. Es geht auch darum
eine schnelle Erstversorgung der Bürgerrinnen und Bürger zu sichern. Allein
mit den Krankenhäusern in Singen, Radolfzell und Konstanz ist das vermutlich
nicht möglich. Es ist uns leider schmerzlich bewusst das es immer
schwieriger wird unseren Bürgerinnen und Bürgern eine gute medizinische
Versorgung zu garantieren. Die Krankenkassenbeiträge, Medikamente und
Gehälter der Ärzte und Krankenschwester steigen, gleichzeitig muss gespart
werden. Dies passiert leider auch bei den Krankenhäusern. Sicherlich würde
für die Versorgung der Menschen im Landkreis ein großes Krankenhaus reichen.
Das widerspricht aber den tatsächlichen Bedürfnissen unserer heutigen Zeit.
Eine wichtige Frage ist die Finanzierung. Die kleineren
Krankenhäuser werden in Zukunft nicht mehr überlebensfähig sein. Da die
Veränderungen im Gesundheitssystem eine immer stärkere Konzentration
fordern, was nur die großen Häuser bieten können. Es gibt hier 2 Möglichkeiten, einerseits eine Unterstützung
der großen Häuser. Die Alternative ist eine Ausgleichsfinanzierung aus dem
Landkreis. Diese Art der Finanzierung kann nur über den Landkreis gesichert
werden da hier mehrere Gemeinden von den Einrichtungen profitieren. Die Linke verfolgt die Geschehnisse im Kreis mit Sorge. Wir warten auf das erweiterte Gutachten im Kreistag und werden uns dann mit den anderen Fraktionen beraten. Dennoch wird es nicht leicht sein eine Lösung zu finden da der größte Teil der Kreisräte keine Ärzte sind und die Aussagen von Gutachtern und Fachleute benötigen. Unabhängig davon möchten wir dazu aufrufen sich an den Initiativen in Singen und Konstanz zu beteiligen. Die Linke stellt sich der öffentlichen Diskussion und lädt alle Bürgerinnen und Bürger zu unseren regelmäßigen Veranstaltungen ein. Denn nur wenn sich die Bürger an dieser Diskussion beteiligen, können wir sicher gehen den besten Kompromiss für unsere Bürgerinnen und Bürger zu finden.
Kreistagssitzung 21.06.2010 Das Hauptthema war natürlich die Gesundheitsversorgung im Landkreis Konstanz. Hier finden Sie die Tagesordnung und mehr. Kreistag Aktuell
Hier finden Sie Texte, Reden und Dokumente.Hartz IV – Schuldenfalle für Kinder und Partner? Leider kennen heutzutage viele Menschen das Problem, in eine Notsituation geraten zu sein und sind deshalb auf Hartz IV angewiesen. Denn das Geld reicht oft kaum aus, um seine täglichen Kosten zu decken. Aber das Tolle an diesem System ist, dass alle Mitglieder eines Haushaltes sich gegenseitig unterstützen sollen. Dass dadurch total irrsinnige Situationen entstehen, erleben die hilfsbedürftigen Personen jeden Tag. Hier finden Sie mehr. Veröffentlichungen |
Stand: 14.07.10